Zum Inhalt springen

Station 50.5

Die Station 50.5 ist eine milieutherapeutisch orientierte offen geführte akute Aufnahmestation mit 19 stationären Planbetten und befindet sich in der Wadtbergklinik auf dem Klinikgelände in Bedburg-Hau. Auf der Station werden Elemente der alternativen Behandlungsform nach Soteria umgesetzt. Ein alltagsähnliches, wohnliches und entspanntes, somit realitätsbezogenes Umfeld soll zur Genesung beitragen. Die unterschiedlichen Behandlungsphasen können im stationären oder teilstationären Setting vollzogen werden.

Soteria (griech. Rettung, Wohl, Heilung) bedeutet für uns eine milieutherapeutisch-orientierte Behandlung, die einen besonderen Fokus auf eine alltagsähnliche, wohnliche und entspannte Atmosphäre legt. So soll Betroffenen ein Bezug zur Normalität ermöglicht werden. Neben den gemütlich eingerichteten Zimmern stehen beispielsweise eine offene Küche, verschiedene Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten zur Entspannung, sowie ein eigens angelegter Garten zur Verfügung.

Die Station ist von der IAS (Internationale Arbeitsgemeinschaft Soteria) als Station mit Soteriaelementen anerkannt.

Wir verfolgen den Anspruch die Philosophie des 1971 in den USA entwickelten Konzepts in die gegenwärtige Zeit und unter den hiesigen gesellschaftlichen Bedingungen zu übersetzen. Die Behandlung erfolgt konsequent in einem offenen Setting, Zwangsmaßnahmen werden nicht angewandt und in persönlichen Krisensituationen wird im Rahmen vertrauensvoller therapeutischer Beziehung eine Einzelbetreuung eingesetzt. Unsere Grundhaltung ist gekennzeichnet durch ein ganzheitliches Psychoseverständnis, eine positive Erwartungshaltung, die Akzeptanz der Psychoseerfahrung und eine individuelle Betrachtung jedes einzelnen Menschen mit seinem subjektiven Erleben.

Nach oben

Behandlungsphasen der Soteria:

Aufnahme: Schon während der Aufnahme sollen Sie, aber auch ihre Bezugspersonen Entlastung finden und Vertrauen fassen. Im Aufnahmegespräch soll jeder die benötigte Zeit bekommen, um die Dinge mitzuteilen, die für die Behandlung wichtig sind. Unser Team nutzt die Aufnahme um sich ein genaues Bild zu machen und Ihre Bedürfnisse zu erfassen.

Angstlösung und Beruhigung: Ziel in der Anfangsphase der Behandlung ist die Angstlösung und Beruhigung. Die reizarme und wohnliche Umgebung, wie auch die vertrauensvolle therapeutische Beziehung stellen zentrale Faktoren dar. Einzelgespräche durch die Kolleg*innen des multiprofessionellen Teams sollen zur Entlastung dienen. Rückzugsneigungen werden mit Beziehungsangeboten begegnet und die Integration in die Gemeinschaft wird aktiv unterstützt. Ihnen wird eine Bezugsperson aus dem multiprofessionellen Team an die Seite gestellt.

Aktivierung und Realitätsanpassung: In dieser Phase überlegt das Team gemeinsam mit Ihnen die therapeutischen Angebote um den Genesungsprozess zu unterstützen. Wir erstellen gemeinsam ein Therapieplan, der kontinuierlich überprüft und angepasst wird. Sie werden in diesem Behandlung Abschnitt nun aktiv ermutigt, sich in die Gemeinschaft zu integrieren und sich am Stationsleben zu beteiligen. Zur Stärkung der therapeutischen Beziehung werden Angehörigengespräche und Trialog angeboten. Hierbei entwickeln wir gemeinsam Perspektiven.

Soziale Integration und Rückfallprophylaxe: Nach Entwicklung einer Stabilität und eines reifen Krankheitskonzeptes wird mit Ihnen die Phase der sozialen Integration und Rückfallprophylaxe eingeleitet. Sie sollen schrittweise in ihr soziales Umfeld reintegriert werden. Mögliche individuell ausgerichtete Hilfsangebote in der Gemeinde werden ermittelt und vor der Entlassung wird ein Krisenmanagement eingeübt. Auf Wunsch werden Behandlungsvereinbarungen abgeschlossen.

Nach oben

Die therapeutischen Ansätze sind größtenteils alltagsorientiert. So wird gemeinsam gekocht, gebacken und für eine angenehme Atmosphäre gesorgt. Ein weiteres alltagsnahes, therapeutisches Angebot bietet die Gartengruppe, bei dem der Stationsgarten gemeinsam bepflanzt und gepflegt wird. Die künstlerischen und kreativen Angebote der Kunst-, Ergo- und LandArt-Gruppe bietet die Möglichkeit, Erlebnisse und Gefühle auf besondere Art und Weise mitzuteilen oder zu verarbeiten. Darüber hinaus bieten wir leitlinienkonforme psychotherapeutische Interventionen wie Psychoedukation und Einzelpsychotherapie an.

Begleitet werden die therapeutischen Angebote durch die Mitarbeitenden des multiprofessionellen Teams.

Eine Besonderheit ist unser Therapiehund „Pepe“, welcher in Zusammenarbeit mit einer Kollegin der Station, ein therapeutisches Team bildet und im Rahmen der tiergestützten Intervention eingesetzt wird. Diese beinhaltet alle Maßnahmen, die positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Menschen in Bezug auf Krankheitserleben anstreben. Dieses Angebot wird im Stationsalltag und Therapieablauf individuell integriert.

Unsere Genesungsbegleiter sind psychiatrieerfahrene Mitarbeitende. Die Genesungsbegleitung soll Sie befähigen mehr Verantwortung zu übernehmen und eigene Interessen selbst zu vertreten. Die Aufgabenbereiche der Genesungsbegleitung auf der Station 50.5 umfassen die Begleitung und Durchführung milieutherapeutischer Gruppenangebote, sowie die gemeinsame Erarbeitung individueller Krisenpläne im Rahmen der Entlassvorbereitung.

Um die Voraussetzung für eine gute psychiatrische Behandlung sicherzustellen, ist ein fundierter diagnostischer Prozess notwendig. Nach erfolgter gründlicher Aufnahmediagnostik ist fortlaufend der Krankheitsverlauf zu berücksichtigen und durch kontinuierliche, regelmäßige Exploration und Befunderhebung sicherzustellen. Zu den weiteren Untersuchungsmöglichkeiten gehören klinische und neuropsychologische Testverfahren. Es stehen alle Labor-, bildgebende- und psychologische Testverfahren zur Diagnostik zur Verfügung.

Nach oben