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Trauma-Ambulanz

In der Trauma-Ambulanz werden Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch versorgt, die aufgrund schlimmer und oft als lebensbedrohlich erlebter Ereignisse psychische Probleme und Störungen entwickelt haben. Zu diesen Ereignissen gehören beispielsweise sexueller Missbrauch, eigene Gewalterfahrungen oder Beobachtung von Gewalt gegen andere, schwere Unfälle, Verlusterfahrungen eines geliebten Menschen, usw. Die Kinder zeigen dann oft verträumtes Verhalten, Unkonzentriertheit, Schreckhaftigkeit, plötzliche Aggressionen, Stimmungswechsel, Depressivität, Schulleistungsabfall, Isolation und Rückzug, usw.

In der Trauma-Ambulanz wird eine sorgsame, sensible Diagnostik durchgeführt um festzustellen, ob eine Trauma-Störung, eine so genannte Posttraumatische Belastungsstörung oder eine dissoziative Störung vorliegt. In der anschließenden Trauma-Therapie erfolgt dann zunächst eine Stabilisierungsphase in der die Betroffenen lernen wieder „festen Boden unter den Füßen" zu bekommen und wie sie mit den übermächtig starken Gefühlen umgehen können. Erst wenn das der Fall ist können weitere Schritte erfolgen. Jeder Schritt wird wiederum gut vorbereitet und erklärt, sodass in einer geschützten, vertrauensvollen Atmosphäre das Trauma verarbeitet werden kann.

Die Ereignisse haben oft so plötzlich und unerwartet auf das Kind eingewirkt, dass eine Verarbeitung und Integration in das Leben keine Chance hatte. Auch der Aspekt der erlebten Hilflosigkeit, des der Situation ausgeliefert sein ohne Handlungsoption spielt hier eine wichtige Rolle. Negative Gedanken und eigene Schuldzuschreibungen werden nach und nach aufgelöst. Ein Therapieverfahren , das sich hier als besonders wirksam erwiesen hat ist das EMDR. Die Abkürzung steht vereinfacht für eine Therapie, die mit Hilfe von so genannten bilateralen Stimulierungen, z.B. mit Handbewegungen vor den Augen des Kindes im Rahmen eines Gesamtprozesses die verdrängten und im Gehirn abgelegten Trauma-Inhalte hervor holt und dann bei der Verarbeitung, also der Integration, hilft. Auch andere bewährte psychotraumatologischen Therapieverfahren kommen zur Anwendung. Interessant ist, dass man festgestellt hat, dass schwere Störungen des Sozialverhaltens und auch dissoziale Störungen bei Jugendlichen nicht selten in der Vorgeschichte eine traumatische Komponente aufweisen. Auch hier kann mit Hilfe der Trauma-Therapie geholfen werden.

Die Kosten der Therapie werden von den Krankenkassen übernommen. Selbstverständlich ist auch eine Abrechnung nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) möglich.

In unserer Ambulanz stehen zur Zeit Frau Stempel und Herr Conrad als Psychotraumatologen und Traumatherapeuten zur Verfügung. Persönliche Terminabsprachen können jederzeit im Ambulanzbüro erfolgen.